Camino del Norte – Deba, Markina-Xemein, Gernika – Teil 3

Auf dem Camino del Norte nach Santiago de Compostela

Heute geht es weiter mit dem dritten Teil meiner Wanderung auf dem Camino del Norte, dem Jakobsweg an der spanischen Atlantikküste mit Ziel Gernika. Den ersten Teil mit Start in Irun kannst Du HIER nachlesen.

In diesem Bericht erfährst Du alles Wichtige und Wissenswerte über den Pilgerweg von Deba über Markina-Xemein nach Gernika.

Tag 5 –Deba – Arnope – Markina-Xemein
25 km – 6,5 Stunden – 900 HM

Heute war die Landschaft ganz anders als in den Tagen davor. Es war trüb und die Berge sahen oft richtig mystisch aus. Den ganzen Tag gab es keine Sonne. Am Morgen verließ ich das Meer und stieg wieder 900 m in die Höhe. Das war nicht ohne an Tag 5, aber doch wie immer irgendwie machbar. Wenn man dann von ganz oben runter auf das Meer schaut, ist das Gefühl einfach gigantisch. Kaum zu glauben, dass ich am gleichen Tag noch so weit unten direkt am Meer war.

Leider wurde das Wetter den ganzen Tag nicht besser und erlebte ich zum ersten Mal auf dem Küstenweg, wie es ist, fast den ganzen Tag im Regen zu wandern. Teilweise war der Regen richtig heftig. Als ich dann gegen Mittag einen Unterstand fand, an dem ich meine Klamotten wechseln und Brotzeit machen konnte, war das direkt ein Geschenk.

Der Weg wurde irgendwann extrem schlammig und ich blieb direkt stecken in dem tiefen Schlamm. Irgendwann rutschte ich aus und zerriss mir meine Hose und schlug mir das Knie blutig. Mitten am Berg gab es weder ein Telefon noch war die Bergrettung greifbar. Deshalb wanderte ich tapfer weiter. Meine Tränen fielen im Regen nicht auf. Im Nachhinein ließ ich mir von anderen Pilgern sagen, dass der schlammige Weg, mit dem ich solche Probleme hatte, wohl auch bei trockenem Wetter meist schlammig ist. Also aufgepasst, wenn Ihr mal die Strecke zwischen Deba und Markina-Xemein wandert.

Übernachtet habe ich in der wunderschönen Pilgerherberge Albergue Intxauspe. Die haben günstige Stockbetten für Pilger und auch schöne Doppelzimmer. Das Abendessen mit Nudeln, Salat und Fleisch war grandios. Endlich keine Bocadillos mehr, wie in den Tagen zuvor.

Tag 6 – Markina-Xemein – Zenarruza – Munitibar – Gernika
27 km – 6,5 Stunden – 600 HM

Heute war das Wetter wieder grandios. Die Sonne schien und der irgendwie bedauerte ich es, dass es heute der letzte Tag der diesjährigen Etappe sein sollte. Ich war mir sicher, nächstes Jahr würde es weiter gehen.

Ein Highlight des heutigen Tages war auf jeden Fall das Kloster Zenarruza. Das Kloster liegt am Fuße des Berges Monte Oiz (1.026 m). In der Sonne war der riesige Komplex ziemlich beeindruckend. Ich begegnete einem Mönch, der mir freundlicher Weise den Klosterladen aufschloss. Wir machten ein Selfie und ich versuchte, die Fragen des freundlichen Mönches weitgehendst zu beantworten. Ich war stolz, dass ich es doch schaffte, die Basics aus meinem Babbel-Spanischkurz abzurufen. Diese Begegnung war irgendwie besonders. Wer an dem Tag nicht mehr weiter muss, dem empfehle ich unbedingt, eine Nacht im Kloster zu verbringen.

Ich wanderte an diesem Tag noch weiter nach Gernika. Es ging wieder bergab bis in die Stadt von Gernika. Im Gegensatz zu der Ruhe in den Bergen, war in Gernika ziemlich viel los. Gernika hat fast 17.000 Einwohner. Dementsprechend viel los war in der Innenstadt von Gernika.

In der Pilgerherberge von Gernika holte ich mir meinen letzten Stempel für dieses Jahr. Dann suchte ich den Bahnhof von Gernika, der fast am Jakobsweg liegt. Mit dem Zug Euskotren fuhr ich von Gernika nach Bilbao-Atxuri. Das ist die Haltestelle ganz in der Nähe der Kathedrale von Bilbao. Die Fahrt hat gerade mal 3,40 € gekostet.

In Bilbao gibt es unzählige Hostels und auch eine Pilgerherberge. Die Auswahl der Übernachtungsmöglichkeiten ist groß. Nachdem ich noch 2 Nächte in Bilbao blieb, bevor ich den Heimflug antrat, werde ich in einem weiteren Beitrag über Sehenswürdigkeiten in Bilbao schreiben.

Wer direkt zum Flughafen muss, der hat es von Bilbao aus sehr einfach, dort hin zu gelangen.
Alle 20 Minuten fährt der Bizkaia Bus A3247 in Bilbao vom Moyua Plaza zum Flughafen. Die Fahrt dauert ca. 15 Minuten und kostet nur 1,45 €.

Was es sonst noch zu sagen gibt

Viele Pilger fragen sich immer, ob sie wirklich die Strecke zwischen Irun und Bilbao pilgern sollen. Denn diese Strecke von knapp 130 Kilometern auf dem Camino del Norte hat unheimlich viele Höhenmeter. Ab Bilbao geht es dann relativ flach weiter. Manche Pilger trauen sich den ersten Teil nicht zu.

Ich persönlich kann sagen, dass ich diesen Teil auf keinen Fall missen möchte. Die Landschaft war unsagbar schön. Das Gefühl, knapp 1000 Höhenmeter gestiegen zu sein und dann nach unten zu sehen, ist unglaublich. In Deutschland ist man ja schon immer auf einer gewissen Höhe, wenn man einen Berg besteigt. Da bekommt man nie das Gefühl dafür, wie hoch man eigentlich gestiegen ist. Wenn man aber am Jakobsweg das Meer unter sich sieht, wird einem bewußt, was man geleistet hat.

Oft habe ich mir günstige Ausrüstung für meine Wanderungen gekauft. Inzwischen setze ich bei Rucksack und sonstigem Equipment auf Qualität. Hier kaufe ich gerne bei Sportscheck ein.

 

Hier geht’s zurück zur vorherigen Etappe von San Sebastian nach Deba.
Alle anderen Berichte über den Jakobsweg findest Du HIER.

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Ich empfehle Dir auch auf jeden Fall den Outdoor Wanderführer auf dem Jakobsweg Küstenweg. Die nützlichen Tipps haben mir oft sehr geholfen. Außerdem sind unzählige Übernachtungsmöglichkeiten aufgeführt.

 

 

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