Auf dem Schweizer Jakobsweg von Fribourg nach Lausanne

Von Fribourg bis Lausanne in 72 Kilometern und 17 Stunden

Heute schreibe ich über meine Erfahrungen inclusive aller notwenigen Details auf dem Schweizer Jakobsweg von Fribourg nach Lausanne. Wer meinen vorherigen Beitrag über die Etappe von Interlaken nach Fribourg gelesen hat weiß, dass die Etappe, über die ich heute berichte zur gleichen Zeit stattfand. Wir waren 2 Wochen unterwegs und wanderten insgesamt knapp 230 Kilometer. Dazu zählte auch die Etappe von Fribourg bis Lausanne.

Der fünfte Tag – Freiburg (Fribourg) – Orsonnens 21 km – 5 Stunden

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Wie oben erwähnt, handelt es sich um die gleiche Reise und nach einem Tag Pause in Fribourg ging es an Tag 5 weiter von Fribourg nach Orsonnens.

Aufgrund der höllischen Hitze standen wir an diesem Morgen sehr früh auf und waren bereits um 7 Uhr morgens unterwegs. Wir wanderten noch eine ziemlich lange Zeit durch die Vororte von Fribourg bevor wir dann endlich einen kühlenden Wald erreichten. Nachdem wir am Vortag einen Ruhetag hatten, kam uns die heutige Etappe nicht allzu schlimm vor, wenn auch die Hitze kaum zu ertragen war. Der Weg war wieder wie jeden Tag perfekt beschildert und so kamen wir bereits am frühen Nachmittag im vietnamesischen Kloster in Orsonnens an. Ich hatte per Email vorreserviert, was aber nicht nötig gewesen wäre. Das Kloster verfügte über unzählige Gästezimmer, von Einzelzimmern über Doppelzimmer bis hin zu Mehrbettzimmern. Die Mönche verstanden uns nicht und wir sie auch nicht. Aber sie waren enorm freundlich. Glücklicher Weise war die englischsprechende Nichte eines Mönches auf Besuch, was uns die Kommunikation enorm erleichterte.

Direkt gegenüber vom Kloster befand sich ein Gasthof, in dem wir vor dem Abendessen einkehrten, um etwas zu trinken.

Das Abendessen fand dann im Kloster mit weiteren Pilgern statt. Es war das einzige und erste Mal, dass wir in der Schweiz mit anderen Pilgern zusammen in einer Unterkunft waren. Der Schweizer Jakobsweg ist einfach nicht sooo gut besucht. Die meisten wandern doch in Spanien. Der Abend war wunderschön. In einer Küche, in der nur wir Pilger aßen, richtete man uns ein traumhaftes Abendessen her. Mit Fleisch, Kartoffeln und Salat ließen wir mit tollen Gesprächen den Abend ausklingen. Die Mönche stellten uns auch noch zwei Flaschen Rotwein auf den Tisch. Das Frühstück am nächsten Morgen fiel etwas kleiner aus, aber wir wurden durchaus satt. Für 40 CHF pro Person mit Frühstück und Abendessen hatten wir eine tolle und kostengünstige Übernachtung gefunden.

Der sechste Tag – Orsonnens – Vucherens – 30 km – 7 Stunden

Am sechsten Tag hatten wir ungefähr 10 Minuten Schatten. Den Rest des Tages wanderten wir in der prallen Sonne. Wenn man die Hitze außer Acht lässt, war die Etappe heute wunderschön. Wir passierten die schönen Städtchen Romont und Moudon und wanderten an einem ewig langen Fluss entlang. Zwischendurch kühlten wir unsere Füße in einem kleinen Bach. 

Am späten Nachmittag erreichten wir nach nicht enden wollenden Kilometern Vucherens und unsere heutige gebuchte Ferienwohnung. Absolut idyllisch gelegen wohnten wir im ersten Stock eines Einfamilienhauses in zwei Doppelzimmern und einem Wohn- und Esszimmer für 50 CHF incl. Frühstück pro Person. Die Wohnung war 400 m vom Jakobsweg entfernt, aber wir hatten nicht wirklich einen Umweg zu laufen, da die Unterkunft in einer Parallelstraße zum Jakobsweg lag. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Unterkunft die absolut freundliche Vermieterin, die uns sogar unsere Wäsche in ihrer Waschmaschine waschen ließ.

Wir fragten einen Tag vorher nach, ob sie uns ein Abendessen zubereiten könne. Eigentlich wäre das nicht üblich aber sie machte eine Ausnahme. Wir hätten die Lebensmittel aus dem Supermarkt knapp 2 Stunden tragen müssen und somit war das wirklich mehr als toll, dass sie unserer Bitte nachkam. Als sie dann nur 5 CHF pro Person dafür wollte, waren wir mehr als glücklich. Außerdem war der Kühlschrank voll mit Getränken. Die alkoholfreien Getränke bekamen wir kostenlos. Das ist uns wirklich noch in keiner Unterkunft passiert. Auch hier verbrachten wir einen wunderschönen Abend.

Der siebte Tag – Vucherens –  Lausanne – 21 km – 5 Stunden

Wer nun glaubt, 21 km in 5 Stunden wären heute ein Klacks gewesen, der täuscht sich. Nachdem es sich bereits um den 6. Wandertag handelte, spürten wir deutlich unsere Knochen, die Blasen und überhaupt die Erschöpfung. Der Weg führte heute wieder durch Wälder und viele Vororte von Lausanne. Wir blickten von einer kleinen Kirche auf dem Berg hinab auf Lausanne. Die Aussicht war wunderschön. Aber wir wußten schon, wo es bergab geht, geht es auch wieder bergauf. 

Auf unser Hotel in Lausanne hatte ich mich besonders gefreut. Wir buchten zwei Nächte im Swiss Wine & Bar Hotel by Fassbind. Und das eigentlich nur, weil die Jugendherberge genauso teuer gekommen wäre. Verstehe einer die Schweizer! Auf dieses traumhafte Hotel hatte ich mich seit Wochen gefreut. Das Hotel war auch wirklich wunderschön und stylisch. Allerdings hatte das Hotel beim Bau auf Klimaanlagen verzichtet und als wir unser Zimmer betraten, schlug uns eine heiße Wolke entgegen. Die Tage und auch die Nächte in diesem Hotel in Lausanne waren mehr als unerträglich. Nachts hatten wir das Fenster offen, jedoch war die Straße unter unserem Fenster so dermaßen laut, dass wir die halbe Nacht kein Auge zu taten. Für 73,25 CHF mit Frühstück lagen wir hier fast an der Obergrenze mit unseren Übernachtungskosten auf dem Schweizer Jakobsweg.

Der achte Tag – Pause in Lausanne

Wir hatten in unserem Hotel in Lausanne die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln frei und so nutzten wir unseren freien Tag, um ein wenig durch Lausanne zu fahren. Die Metrobahn lag direkt vor unserem Hotel und so kamen wir schnell von A nach B. Die Kathedrale Notre-Dame ist eine der besonderen Sehenswürdigkeiten von Lausanne. Außerdem hatten mit Lausanne nun auch den Genfer See, welcher sich auch Lac Léman nennt, erreicht.

Der Genfer See ist der größte See der Schweiz und auch von Frankreich. Besonders schön war es, an der Seepromenade von Lausanne zu spazieren und den Blick auf den See zu genießen. Da habe ich mal wieder gemerkt, dass ich mehr der Wasser als der Bergmensch bin. Unzählige Menschen verbrachten den Tag am See mit Grillen, Sport oder auch einem Cafébesuch. An diesem Ruhetag in Lausanne konnten wir echt richtig auftanken. In der Nähe unseres Hotels in Lausanne befand sich auch die Fußgängerzone. Nach den Tagen des Pilgerns auf dem Jakobsweg war mir der Trubel der Stadt fast zu viel.

 

Hier geht’s zurück zur vorherigen Etappe von Interlaken nach Fribourg.

Und hier bekommst Du eine Übersicht über alle Etappen auf dem Schweizer Jakobsweg.

Solltest Du Dich trotz der sehr guten Beschilderung auf dem Schweizer Jakobsweg für einen Wanderführer interessieren, dann empfehle ich Dir folgende:

 

 

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