Jakobsweg Schweiz – Auf dem Pilgerweg von Lausanne nach Genf

Von Lausanne bis Genf in 83 Kilometern und 18,5 Stunden

Heute schreibe ich über die Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg zwischen Lausanne und Genf. Meine weiteren Beiträge über den Schweizer Jakobsweg kannst Du HIER lesen. Nach der vorherigen Etappe von Fribourg nach Lausanne folgt mit diesem Beitrag nun der Bericht über die letzte Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg. Insgesamt habe ich dann 450 km auf dem Jakobsweg die Schweiz durchlaufen. 235 der 450 Kilometer wanderten wir in 2 Wochen am Stück. Deshalb fange ich nachfolgend auch nicht mit Tag 1 an sondern mit Tag 9.

Der  9. Tag – Lausanne – Allaman 27 km – 6 Stunden

Der 9. Tag auf dem Schweizer Jakobsweg in Richtung Genf war für mich einer der schönsten Tage auf unserer diesjährigen Etappe. Den Tag zuvor verbrachten wir ja bereits in Lausanne und genossen die Seepromenade in vollen Zügen. Der heutige Tag führte endlich ohne Höhenmeter ganz entspannt am Genfer See entlang. Der immer währende Blick auf den See war einfach wunderschön und ich konnte mich gar nicht satt sehen. Trotzdem waren 27 km bei großer Hitze schon eine Herausforderung. Heute gab es aber endlich ein Bad im Genfer See, was bei dieser unerträglichen Hitze einfach grandios war.

Die Nacht hatten wir in einem Gästehaus, dem Le Petit Bouchon in Etoy gebucht. Die Unterkunft lag zwei Kilometer vom Jakobsweg entfernt. In dieser Gegend war es sehr schwer, eine geeignete Unterkunft zu finden, weshalb wir den Umweg in Kauf nahmen. Wie immer in der Schweiz zahlten wir einen stolzen Preis, nämlich 75 CHF pro Person im Doppelzimmer.
Die Zimmer waren ein Traum. Absolut modern gestalten und nach der heißen Nacht in Lausanne eine absolute Wohltat, in kühleren Räumen zu nächtigen. Sandra, die Wirtin kochte uns ein grandioses Abendessen und wir verbrachten einen tollen Abend auf der Terrasse des Gästehauses.

Der  10. Tag – Allaman – Nyon – 27 km – 6,25 Stunden

An Tag 10 ging es nicht mehr nur am Genfer See entlang. Wir marschierten meist mit einigem Abstand vom See über den Weinbergen entlang. Dass wir nicht mehr direkt am See wandern konnten, lag daran, dass der komplette See für die reichen Herrschaften reserviert war, die dort ihre Häuser mit Seezugang stehen hatten. Unser Weg führte auch durch Gland, dem Wohnsitz von Michael Schumacher. Die Kilometer heute waren mehr als erwartet und so kamen wir am Spätnachmittag völlig erschöpft in Nyon an.

Das Nyonhostel lag 2 km vom Jakobsweg entfernt. Schon vor der Reise hatte ich mir eine geeignete Busverbindung raus gesucht, um das Hostel gut zu erreichen. Vom Bahnhof Nyon ging es in wenigen Minuten mit dem Bus Nr. 804 Richtung Chantermerle zum Hostel. Die 5. Haltestelle „Route de St. Cergue“ hielt direkt vor dem Hostel. Da das Hostel im Februar 2017 eröffnet wurde, war noch alles sehr schön und neuwertig. Pro Person kostete die Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück 61,00 CHF. Wir sprachen mit einem Mitarbeiter des Hostels, der uns erzählte, dass das Hostel ursprünglich direkt am Genfer See lag. Die UEFA wollte allerdings das Grundstück dafür haben, weshalb das Hostel nicht wenig Geld für die Neuerrichtung des Hostels bekam.

Eigentlich hatte ich mich richtig auf Nyon gefreut und wollte abends mit der Bimmelbahn noch eine Stadtrundfahrt machen. Allerdings waren wir echt zu müde dazu und verbrachten stattdessen den Abend im Hostel und im Restaurant über der Straße.

Der  11. Tag – Nyon – Genf – 28,5 km – 6,25 Stunden

Der letzte Tag unserer Wanderung auf dem Schweizer Jakobsweg war der Härteste. Nach knapp 235 km in 58 Stunden in  diesem Jahr erreichten wir endlich Genf. Die Stunden davor waren wirklich hart und ich fühlte mich, wie auf den letzten Kilometern  eines Marathonlaufes. Jeder Schritt tat weh. Über Felder, Wiesen, Weinberge und ein wenig Blick auf den See fand die heutige Wanderung statt. Die unendliche Hitze mit meist um die 30 Grad machten die diesjährige Etappe enorm schwer und herausfordernd.

Unser Hotel in Genf, das Hotel Admiral lag mit 75,50 CHF incl. Frühstück pro Person in der unteren Preisklasse der Genfer Hotels. Hinzu kam noch eine Tourismusabgabe, die nochmal ein paar Euros pro Nacht ausmachten. Direkt im Bahnhofsviertel und mit unzähligen Prostituierten direkt vor der Tür, gibt es sicher bessere Lagen in Genf, aber vermutlich auch deutlich kostspieligere. Der Bahnhof war aber sehr gut zu Fuß erreichbar, genauso wie die Fußgängerzone. Von daher arrangierten wir uns mit dem Hotel.  

Die letzten Tage – 2 Ruhetage in Genf

Zum Abschluss der diesjährigen langen Etappe auf dem Schweizer Jakobsweg zwischen Interlaken und Genf gönnten wir uns noch zwei Tage Sightseeing in Genf. Nachdem ich noch nie in Genf war, fand ich es toll, mal dort zu sein.

Genf wirkt alleine schon durch den riesigen Genfer See. In der zweitgrößten Stadt der Schweiz gab es sehr viel zu sehen, wie zum Beispiel die Fontäne „Jet d’eau“ mit ihrem bis zu 140 m hohen Wasserstrahl.
Mit der Bimmelbahn kann man verschiedene Stadtteile abfahren, aber auch ein Doppeldeckerbus kann man eine Stadtrundfahrt machen.
Die Kathedrale St. Peter ist für alle Jakobswegpilger ein Muss. Dort holt man sich den letzten Stempel für das Pilgerheft in der Schweiz ab.
Genf hat außerdem unzählige Museen, Parks und Ausflugsanbieter in das nahe gelegene Frankreich, die Alpen oder auch für Schiffsausflüge.
Neben New York City sind in Genf die meisten internationalen Organisationen der Welt zu finden, wie z. B. UNO, WHO.
Mir haben die beiden Tage in Genf sehr gut gefallen.

Abschließend bleibt zu sagen…

Krass, dass wir nun tatsächlich einmal durch die komplette Schweiz mit knapp 450 km gewandert sind. Ich bin schon ein wenig stolz.

Dank der Aldi-Blasenpflaster hatte ich auf der ganzen Reise nur eine einzige Blase. Ich habe vorsorglich die Füße an gefährdeten Stellen abgeklebt, was eine super Idee war.

Meine Jakobsweg-Packliste erwies sich als zu umfangreich heraus. Es ist quatsch, sich Jeans und hübsche Kleider für abends mitzunehmen. Das ist nur unnötiges Gepäck. Man sollte nur so viel dabei haben, dass es zwei bis drei Tage reicht. Zwischendurch kann man immer wieder waschen. Man sollte auch nicht für alle Eventualitäten Medikamente dabei haben. Es gibt in jedem Ort Apotheken. Ich denke, man sammelt immer mehr Erfahrung, je öfter man unterwegs ist. Aber dazu mehr in meinem nächsten Beitrag über den Jakobsweg zwischen Irun und Getaria in Spanien.

Die komplette Schweiz haben wir ja zu viert durchwandert. Man musste sich mehr arrangieren als zu zwei oder allein. Von daher tendiere ich in Zukunft eher für Jakobswegreisen zu zweit oder allein. Auch über dieses Thema werde ich in meinem nächsten Beitrag näher eingehen.

Irgendwie hat mich das Jakobswegfieber gepackt und ich habe noch im gleichen Jahr beschlossen, mit dem Jakobsweg in Spanien zu beginnen. Inzwischen liegt diese erlebnisreiche, wunderschöne Reise auch bereits hinter mir. Über den ausführlichen Bericht dürft Ihr Euch demnächst freuen.

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Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen….. Auf Wiedersehen Schweiz!

Hier geht’s zurück zur vorherigen Etappe von Fribourg nach Lausanne.

Und hier bekommst Du eine Übersicht über alle Etappen auf dem Schweizer Jakobsweg.

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Solltest Du Dich trotz der sehr guten Beschilderung auf dem Schweizer Jakobsweg für einen Wanderführer interessieren, dann empfehle ich Dir folgende:

 

 

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