I gangad gern auf’d Kampenwand, wenn i mit meiner Wampen kant!

Kampenwand – für Sonntagnachmittagskaffeetrinker und für Abenteuerlustige bestens geeignet

I gangad gern auf’d Kampenwand, wenn i mit meiner Wampen kant!

In Hochdeutsch: Ich würde gerne auf die Kampenwand gehen, wenn ich mit meinem dicken Bauch könnte!

Mit der Kampenwandbahn auf die Kampenwand

Mein Ausflug auf die Kampenwand war ziemlich spontan. Eigentlich war ich auf dem Weg zur Wildbichlalm, die ich schon mehrmals besucht hatte. Um dorthin zu gelangen, fährt man über Aschau im Chiemgau und somit zwangsläufig an der Kampenwandbahn vorbei. Allein mit der im Jahr 1957 erbauten Kleinkabinen-Zweiseilumlaufbahn, ist es schon ein Erlebnis, sich vom Tal auf 1461 m Höhe transportieren zu lassen. In einer Kabine der Bahn haben maximal 4 Personen Platz.

Oben am Berg angekommen, befindet sich gleich die Sonnenalm, das perfekte Ausflugsziel für all diejenigen, die möglichst wenig Weg hinter sich bringen wollen und einfach nur den Ausblick genießen möchten.

Spaziert man von der Bergstation ein paar Meter nach unten, so gelangt man zur Möslarnalm. Dort gibt es Brotzeiten, hausgemachten Kuchen und Bergbauernbuttermilch. Ein perfekter Start nach der Fahrt mit der Kampenwandbahn.

Der Panoramaweg an der Kampenwand

Für Rentner und Weniggeher eignet sich der Panoramaweg hervorragend, um Höhenluft zu schnuppern und in einer halben Stunde auf relativ gut machbarer Strecke auch mit Sonntagsschuhen und Anzug zur Steinlingalm zu spazieren.

Ehrlich gesagt wusste ich beim Spazieren auf dem Panoramaweg noch nicht, dass der Tag zu einem absoluten Highlight in meiner Wanderkarriere werden sollte. Ich begann nämlich bereits damit, mich mit einer für mich anspruchslosen Wanderung abzufinden.

Von der Steinlingalm rauf auf die Kampenwand

Direkt hinter der Steinlingalm ging es nun etwas steiler hinauf in Richtung Kampenwand. Hier traf ich dann plötzlich nur noch Menschen mit richtigen Wanderschuhen, Treckingrucksäcken und Schweißflecken auf dem Shirt. Endlich war der Weg durch die deutliche Steigung anspruchsvoller und man musste sogar aufpassen, nicht auf den losen Steinen auszurutschen.

Nur knapp 200 Höhenmeter trennen die Steinlingalm von dem Gipfel der Kampenwand, aber der Weg hat es in sich. Nach wenigen Gehminuten wird der Weg steiniger und felsiger. Wanderstöcke sollte man jetzt besser an die männliche Begleitung abgeben, sofern man Frau ist oder man lässt sie gleich unten. Plötzlich ist es nämlich notwendig, sich auf allen Vieren weiter fortzubewegen. Man kraxelt über Felsbrocken und muss durch Spalten hindurch steigen, um auf den Gipfel zu gelangen.

An einer Stelle gab es ein Seil, an dem man sich festhalten musste, um einen schmalen, steinigen Pfad zu durchqueren. Rechts neben mir die Kampenwand mit ihren mächtigen Felsen. Links unter mir direkt der Abgrund. Als das Seil durch mein Körpergewicht nachgab, hab ich nur noch geschrien. Aber ich hab’s dann doch geschafft. So aufregend und furchteinflößend der Weg auf der Kampenwand manchmal war, so sehr machte er auch Spaß. Die Herausforderung war richtig genial und es gab mir immer einen Kick, wieder eine schwierige Stelle überwunden zu haben.

 

Leider passieren auch immer wieder Unfälle, an der Kampenwand. So auch an diesem Tag. Es musste sogar der Hubschrauber kommen. Es ist wirklich gefährlich, mit flachen Schuhen, ohne Profil, die Kampenwand zu besteigen. Immer wieder rutschen Wanderer aus und verletzen sich.

Also, bitte immer schön vorsichtig! Dann wir die Wanderung auf den Gipfel der Kampenwand zu absoluten Erlebnis.

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