Mit dem Motorhome durch die Welt – den Hausstand immer dabei

Motorhome – die Alternative zur PKW- und Hotelreise

Ein Motorhome mieten oder mit dem PKW reisen und nachts in ein Hotel? Das war die Frage bei meiner letzten Florida-Reise. Ein Hotel wäre zwar komfortaberl und ich liebe es bequem, aber das Auspacken der Koffer von vier Personen jeden Abend und das laufende Bepacken eines PKW’s, erschien nicht gerade erholsam. Gar nicht zu schweigen von der Vorstellung, spätestens nach 3 Tagen das totale Chaos im Koffer zu haben. Also war wohl die Reise mit dem Motorhome eine gute Alternative und warum sollte man es nicht zumindest einmal im Leben riskieren.

Motorhome von Cruise America

Nach etwas längerer Recherche im Internet, kam ich auf den Motorhome Anbieter „Cruise America“. Das passende Motorhome für vier Personen hat hier die Bezeichnung „C25“. Allerdings fiel mir auf, dass das größere Motorhome C30 bei unterschiedlichen Anbietern oft sogar günstiger angeboten wurde. Wir waren immerhin ein paar Wochen in Florida unterwegs und da sei die Auswahl gut überlegt. Also entschied ich mich für mehr Platz und weniger Mietkosten. Das C30 Motorhome war zwar ziemlich lang und groß und außerdem verbrauchte es etwas mehr Benzin als das Kleinere aber trotzdem erschien es mir für eine 4-köpfige Truppe passender. Vorweg gesagt, die Entscheidung war goldrichtig! Vor der Buchung sollte man unbedingt die Preise vergleichen, das Kleinere ist wie gesagt nicht unbedingt günstiger. Es ist nicht notwendig, das Motorhome im Rahmen einer Pauschalreise zu buchen. Vermutlich fährt man günstiger, wenn man Flug und Motorhome speparat bucht. So war es zumindest bei meiner Buchung. Warum trauen sich die meisten Menschen nur die Buchung einer Pauschalreise zu? Eine Reise im Baukastensystem kann deutlich mehr die spezifischen Wünsche berücksichtigen und ist oft noch günstiger oder zumindest nicht teurer.

Motorhome C30 von Cruise America – die Ausstattung

Im Führerhaus des Motorhome sind zwei gemütliche, große Sitzplätze für Fahrer und Beifahrer. Beindruckend fand ich die fetten Getränkehalter, in denen man mühelos einen Liter-Becher Cola platzieren kann. Haben wir dann auch laufend so gemacht.

Im hinteren Bereich des Motorhome befindet sich ein Doppelbett, welches rechts und links ein Nachtkästchen und somit etwas Bodenfläche hat. Das ist praktisch, damit man nicht unentwegt übereinander steigen muss, wenn man das Bett verlässt, so wie in jedem kleineren Motorhome. Außerdem kann man hier den Schlafbereich vom restlichen Wohnbereich mit einem Vorhang trennen. Die anderen beiden Personen schlafen nebeneinander über dem Fahrerhaus im Alkofen.

Im Wohnbereich des Motorhome gibt es einen Tisch mit zwei Bänken, auf denen vier Personen sitzen können. Diesen Bereich könnte man noch zu einem Bett umfunktionieren. Ich finde es aber sehr praktisch, wenn vier Personen ihren Schlafplatz ohne Umbau erreichen können. Man ist immerhin eine Weile unterwegs und da könnte es schon nerven, wenn man jeden Morgen einiges umbauen muss. Außerdem will man sich vielleicht tagsüber auch mal ein wenig hinlegen.

Gegenüber der Sitzgruppe ist noch eine längere Bank. Auch diese könnte man zum Schlafplatz umfunktionieren.

Zusätzlich gibt es im Motorhome dann noch eine Dusche, ein WC und einen Küchenbereich mit Microwelle. Da gibt es sogar eine Popcorntaste 🙂

Motorhome C30 – Hinzubuchung von Paketen

Man entscheidet sich vor der Reise, ob man ein bestimmtes Monatsspecial buchen möchte oder aber ein All-inclusive-Paket. Manchmal sind bestimmte Freimeilen enthalten oder man bekommt irgend eine Ausstattung kostenlos dazu. In unserem Fall habe ich All-inclusive gebucht, was bedeutete, dass wir unbegrenzte Freimeilen hatten. Die können nämlich auch ganz schön teuer werden. Man sollte sich vor der Reise die ungefähren Kilometer anhand eines Routenplaners errechnen. Dann weiß man, womit man günstiger fährt.

Außerdem hatten wir folgende Zusatzausstattung bei All-inclusive mit dabei:

  • Campingausstattung: beinhaltet Bettwäsche (Schlafsack, Bettlaken, Kopfkissen), Geschirrtuch, Handtuch
  • Fahrzeugausstattung: beinhaltet das Koch- und Essgeschirr, Besteck, Dosenöffner, Taschenlampe
  • Early Pick up: Das bedeutet, dass man das Motorhome schon am Vormittag bekommt und dass man von bestimten Hotels abgeholt wird und zur Servicestation gebracht wird.

Bucht man die Camping- und Fahrzeugausstattung separat dazu, kommt auch einiges an Euros zusammen und ich empfehle diese Ausstattung auf jeden Fall zu wählen, denn wer will schon Kochtöpfe, Bettwäsche und Geschirr von zuhause mitnehmen? Unsere Ausstattung war übrigens niegelnagelneu. Ein Bekannter sagte mir mal, dass die Sachen scheinbar nur einmal verwendet werden.

Motorhome C 30 – weitere Kosten

Irgendwie hat man dann das Gefühl, dass die Kosten nicht aufhören, aber man muss Bedenken, dass für Endreinigung etwas verlangt wird, sollte man das Motorhome nicht in sauberem Zustand zurück geben. Diese Kosten zu umgehen, ist nicht schwer.

Sollte man das Motorhome an einem anderen Ort zurück geben, als an dem Ort, wo man das Motorhome abgeholt hat, fallen auch Kosten an, sofern diese nicht im Monatsspecial enthalten sind. Man nennt das Einwegmiete.

Die Generatornutzung kostet auch ein paar Dollar pro Stunde. Da hab ich mich gefragt, wozu wir den denn benötigen würden. Den Generator benötigt man immer dann, wenn man irgendwo hält und keinen Stromanschluss hat wie zum Beispiel auf einem Campingplatz. Wir haben den zum Beispiel mal angeworfen als ein Teil der Truppe beim Shoppen war und der andere Teil auf dem Parkplatz wartete. Da mussten wir das Motorhome mit der Klimaanlage kühlen. Am Ende der Reise, als es zur Abrechnung kam, waren es nur ein paar Dollar, die wir hierfür zu zahlen hatten.

Campingstühle: Hier riet man uns, diese auch zu nehmen. Fast hätten wir sie nicht genommen, da man uns vor der Reise sagte, dass an jedem Campingplatz auch ein Tisch mit zwei Bänken zur Verfügung steht. Das stimmt auch so. Aber glücklicher Weise haben wir sie genommen. Es war deutlich gemütlicher, abends auf den Campingstühlen zu sitzen, als auf den harten Bänken.

Die Erstauffüllung des Toiletten-Kit war mit dabei. Das sind Chemikalien, die man in die Toilette tut. Die reichen dann eine Weile und man füllt wieder erneut auf. Wir haben zur Sicherheit ein weiteres Kit gekauft, was gar nicht notwendig gewesen wäre. Meist sind wir nämlich auf Campingplätzen zur Toilette gegangen und haben unsere meist nur nachts benutzt. Man kann das Kit aber auf allen Campingplätzen nachkaufen und es ist nicht teuer.

Motorhome Cruise America – der Early Pick up

In unserem All-inclusive-Paket war der Early Pick up enthalten, was bedeuete, dass wir von einem vorgegebenen Hotel Nähe Flughafen abgeholt wurden. Dann wurden wir zur Sericestation von Cruise America gebracht, an der die Motorhome Übergabe statt fand. Nachdem wir bereits drei Tage zuvor in Florida ankamen, wohnten wir in keinem Flughafenhotel. Allerdings war die Anreise zum Flughafenhotel, an dem der Pick up angeboten wurde, deutlich einfacher, als die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Servicestation von Cruise America. Also machten wir uns am fühen Morgen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf zum Pick-Up-Hotel. Für ein Taxi waren wir zu geizig. Würde ich die Reise wiederholen, würde ich meine letzte Nacht gleich in einem Flughafenhotel verbringen. Das wäre vermutlich günstiger als das Stadthotel und man ist am Morgen der Abholung bereits am richtigen Ort.

Motorhome die Übergabe – und dann ging es los

Nachdem wir zuhause eingehend die Video-Einweisung für das Motorhome angesehen hatten und alle erforderlichen Formulare bereits ausgefüllt waren, ging es nach einer Kurz-Einweisung vor Ort relativ zügig los. Das Gefühl, dieses riesen Motorhome die ersten Kilometer zu fahren, war unbeschreiblich. Ich hatte ehrlich gesagt nur noch Panik. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, so ein riesen Gefährt zu steuern. Aber ich muss sagen, die Angst verflog bald und schnell wurde das Fahren mit dem Motorhome zur Gewohnheit. Die Straßen waren überall sehr breit, so dass es keine größeren Probleme gab, mit unserem Motorhome durch Florida zu reisen.

Motorhome – die Vorteile

  • kein lästiges Ein- und Auspacken des PKW’s an jedem neuen Hotel
  • ankommen am Campingplatz und nichts muss ausgepackt werden, nur das Motorhome muss eingeparkt werden, an Strom- und Abwasser angeschlossen werden
  • direkter Abwasseranschluss: das heißt, das Abwasserrohr aus Toilette und Dusche wird direkt am Campingplatz angeschlossen, man muss kein Schmutzwasser irgendwo weg bringen
  • direkter Wasseranschluss: Wasser wurde unkompliziert am Stellplatz mit dem Motorhome verbunden und schon hatte man sogar warmes Wasser.
  • unterwegs hat man schnell alles parat, wenn man zum Beispiel spontan entscheidet, mal kurz ins Meer zu springen. Bei einer PKW-Reise hätte man vermutlich extra einen Tasche für alle Eventualitäten des Tages gepackt
  • ein Kühlschrank für Kaltgetränke und Lebensmittel ist immer dabei. Im PWK ist das schwierig. Wie will man da Getränke kühlen?

Fazit

Ich würde eine Motorhome Reise immer wieder einer PKW-Reise bevorzugen. Allerdings denke ich dass man mit der Miete und den Campingplatzgebühren nicht unbedingt günstiger fährt. Aber auch nicht unbedingt teurer. Ich bin nicht der typische Camping-Freak, echt nicht. Aber eine Motorhome Reise ist sehr komfortabel und hat mich echt begeistert. Ich würde mir außerdem von Deutschland ein Update auf mein Navigationsgerät für das entsprechende Land kaufen. Wenn einem im Ausland eine deutsche Stimme den Weg weist, ist das doch sehr beruhigend und hat uns sehr weiter geholen. Ohne Navi wären wir oft aufgeschmissen gewesen, gerade mitten in den Städten.

Hier gibt es eine ausgwählte Florida Reiseroute mit Auswahl der von mir für gut empfundenen Campgrounds in Florida

Und hier geht es zur deutschen Internetseite von Cruise America

 

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